Der erste längere Trip den wir hier unternehmen konnten, führte uns an Mexikos Ostküste und dauerte sechs Tage. Während die anderen Zwei an den ersten Spanischstunden teilnehmen durften, konnten Volker und ich eine kleine Tour starten und ein bisschen Kultur, Strand und Essen genießen. Ich dachte auf einer 4 Stunden Busfahrt kann man bestimmt so einiges sehen, aber mich überraschte doch sehr, dass zwischen den großen Städten hier in Yucatan es nur Wald zu geben scheint. Aber vielleicht haben sich die kleinen Dörfer auch hinter dem Urwald versteckt, welcher uns über die gesamte Strecke hinweg begleitet hat.
Unser erster Halt war Tulum. Tulum ist eine Kleinstadt an der Ostküste, welche stolzer Besitzer einer Tempelanlage direkt am Meer ist. Dies ist wirklich etwas besonderes, denn sie ist die einzige ihrer Art. Und ich muss sagen, selbst wenn sie eine der kleinsten Anlagen auf Yucatan ist, ist sie doch eine der schönsten. Der vordere, zum Meer zeigende Teil der Anlage steht auf einer langen Klippe hinter der das Gelände abfällt. Man muss also den oberen Teil der Ruinen hinauflaufen um das Meer zu sehen und ist man erstmal oben verschlägt es einem die Sprache, weil man nicht glauben kann wie schön es hier aussieht. Es ist wie wenn man in einen Urlaubskatalog reingesogen werden würde und auf der anderen Seite auf einmal die Meeresbrise in der Nase hätte. Ein tolles Gefühl dort zu stehen und dieses türkisblaue Meer und den weißen Korallenstaubstrand zu betrachten.
Einen Tag später ging es weiter nach Cobá. Im Lonely Planet hatte ich gelesen, dass es hier möglich sei Krokodile in freier Wildbahn zu sehen und Voilá – Ticket gekauft und los. Hier leben die Krokodile tatsächlich in freier Wildbahn in einem See, welcher sich direkt im Dorf befindet. Wenn man hier baden möchte, sollte man sich zuerst an die Kinder im Dorf wenden die wissen wo es gute Stellen hat um sich eine kleine Erfrischung im kühlen Nass zu gönnen, aber da wir dann doch nicht als Krokomittagssnack enden wollten, haben wir uns dazu entschieden lieber zu schwitzen. Auch hier gabs wieder schicke Mayatempel zu begutachten und man durfte eine Pyramide (die höchste von ihnen) sogar besteigen. Die Forscher haben es noch nicht geschafft alle Pyramiden auszugraben, denn der Urwald ist hier so dicht, dass man die Tempelruinen nur schwer finden kann. Selbst wenn man sich auf die Pyramide stellt und mal danach sucht, kann man nur ganz schwach eine kleinere Pyramide erkennen und in diesem alten Mayadorf gab es sicherlich so an die 20. Die Forscher glauben, dass sie in ganz Mexiko vielleicht erst 60 Prozent ausgegraben haben.
Einen Tag später ging es weiter nach Playa del Carmen, einem kleines Fischerdorf etwas nördlich von Tulum. Ein top Ort um sich zwei Wochen die Sonne auf den Bauch brutzeln zu lassen und am Meer zu liegen. Viel mehr gibt es eigentlich nicht. Das komplette Leben spielt sich hier auf einer kilometerlangen Hauptstraße ab, die an der Strandpromenade entlang läuft. Gespickt von verkleideten Tänzern, Künstlern, viel Lichtern und jede Menge Kitsch, wird hier jede erdenkliche Attraktion angeboten um den Touristen das Geld aus der Tasche zu locken. Hier wird einem alles präsentiert nur nicht das echte Mexiko.
Nun folgte das Wochenende auf das wir alle so lange gewartet hatten. Cancún, eine Stadt die einfach nicht aufgibt. Hier kann man von morgens bis abends feiern. Also haben wir schnell im Hotel eingecheckt, auf Thomas und Klaus gewartet, uns gestylt, vorgeglüht und ab gings auf die Partymeile. Zuerst ein wenig geschockt von den hohen Eintrittspreisen (der beliebteste Club lag bei 70 US$ inkl. All u can drink), haben wir uns ein 4-Club-Kombi-Ticket gekauft und einfach die ganze Nacht Vollgas gegeben. Die ziehen in ihren Clubs echt eine hammermäßige Show ab. Akrobaten, Tänzer, irgendwelche verkleideten Typen mit Lichterfackeln, College-Pin-Up-Girl-Voting (siehe Bilder) und richtig gute Musik machten unseren ersten Abend zu einem vollen Erfolg. Morgens bei Sonnenaufgang im Meer schwimmen gehen und danach total übermüdet ins Bett fallen rundeten die Nacht dann noch ab. Die zweite Nacht war mindestens genauso feierlastig wie die erste, nur haben wir gar nicht geschlafen, denn wir sind morgens schon auf die Isla Mujeres
rübergefahren um einfach nur den schönsten Strand Mexikos und die Sonne bei einem kleinen Nickerchen am Mittag zu genießen. Boah, waren wir fertig. Nach diesem Wochenende waren wir dann auch wieder froh in Mérida anzukommen. Dienstags sind wir dann in unser eigenes Haus gezogen, in welchem wir die nächsten fünf Monate wohnen werden. Wenn wir es morgen mal schaffen unser Haus gescheit zu fotografieren, dann zeig ich euch auch mal wie schlecht es uns hier geht
In diesem Sinne – Hasta Luego!