Murwillumbah oder Franzis Lesehunger

2010
05.13
Murwillumbah ist eine kleine Stadt, nicht direkt am Meer gelegen, wie die meisten Staedte hier, sondern 50 km landeinwaerts. Die Menschen sind freundlich und offen, sie sehen wahrscheinlich nicht viel von den Horden von Travellern, die alle auf dem Highway number 1 an der Stadt vorbeibrausen.
Bibliotheken/Libraries sind meistens unsere erste Anlaufstelle in einer neuen Stadt, immer in der Hoffnung auf freien Internetzugang. Zwar kostet es auch hier 2,20 AUD um das Internet fuer eine halbe Stunde zu nutzen, aber hier laeuft es eher gemuetlich, auf Vertrauensbasis, so dass ich eine ganze Stunde lang online sein kann um emails an daheim zu schreiben und meine Reiseberichte online zu sichern. Viele Bibliotheken haben ausserdem ein Regal mit ausrangierten Buechern, die man sehr guenstig erstehen kann. Heute habe ich fuer 50 cent den Klassiker “The Mists of Avalon” gefunden. Ich hatte das Buch schon einmal angefangen zu lesen, 2008, im Sommerurlaub mit Tobias und Eva. Aber das Buch gehoerte Tobias, ich las es nie fertig, und freue mich jetzt wieder eintauchen zu koennen in fremde Welten und herrauszufinden, wie es weitergeht. Durch diese ausrangierten alten Buecher habe ich meine eigene kleine Reisebibliothek schon beachtlich vergroessert,sodass ich mir im Moment keine Sorgen um Lesestoff machen muss.
Franzis Reisebib:
Lonely Planet Australia
Im Land der Regenbogenschlange
Walden – Life in the Woods
3 Willows - A new Sisterhood grows
The Heart of the Sea
Angelas Ashes
The Mists of Avalon
Brave New World
The Uncommon Reader
Buddhism: The Wisdom of Compassion and Awakening

Geld verdienen – Das ewige Lied von der Jobsuche

2010
05.12
In Australien einen Job zu finden ist nicht so leicht wie es einem auf diversen Internetseiten immer weisgemacht wird. Wenn man nicht fuer 10 – 25 cent das kilo Macadamianuesse pfluecken will muss man schon ein bisschen suchen.
(Wer moechte kann sich ja mal ueberlegen wie klein die Nuesse sind, wieviele man fuer ein Kilo braucht und was das fuer einen Stundenlohn ergibt! MAn bedenke dabei, dass 10 AUD nur 6 Euro und 90 Cent sind. Da arbeitet man fuer Unterkunft und Essen und steht am Ende der Woche doch wieder mit nix da. Eine Nacht im Hostel kostet so zwischen 20 und 30 AUD)
Zum Sparen schlafen wir deswegen auch im Auto, unserem kleinen Zuhause “on the road”.
Und so sind wir eben am Suchen. Unser idealer Job waere in einem Packhouse, das Fruechte, Nuesse etc. verarbeitet. Dort verdient man nicht schlecht und kann vor allem Schicht arbeiten und so etwas Geld ansparen, das dann fuers weitere Reisen von Noeten ist. Da haben wir uns auch schon bei vielen beworben und unsere Telefonnummern hinterlassen. Im Moment sind leider extrem viele Traveller unterwegs hier unten, sodass die Jobs meist innerhalb von Stunden vergeben sind. Naja wir probierens weiter und werden auch irgendwann was finden.
Viele Gruesse von mir an alle daheim!
Nachtrag
Bei der Jobsuche kann man auch allerhand nette Leute kennenlernen, wie zum Beispiel Paul aus Coffs Harbour.
Paul war einer der ersten Farmer, die wir nach einem Job gefragt haben, noch am Anfang unserer Odyssee. Ein eher wortkarger, aelterer Mann, der uns zwar keinen Job geben konnte, da er das “bissl Gemuese” allein bearbeitet, der sich aber sichtlich gefreut hat mal Leute bei seiner sonst eher einsamen Arbeit zu sehen. Er gab uns auch hilfsbereit die Handynummer von einem Freund, der uns vielleicht Arbeit beschaffen koenne. Undzum Abschied schenkte er uns noch einen grossen Beutel voll mit Bananen und Avocados direkt vom Baum!
Und das waren echt die besten Avocados, die ich je gegessen habe!

Byron Bay – Mallorca oder Romantik pur?

2010
05.12
James Cook benannte den Ort als er an ihm vorbeisegelte nach dem Grossvater des beruehmten Dichters der englischen Romantik Lord Byron. Dessen Grossvater war naemlich zu seiner Zeit ein bekannter Kartograph und Geologe. Doch auch seinem Enkel, Lord Byron, dem Dichter, haette Byron Bay gefallen. Der Leuchtturm von Byron Bay ist der oestlichste Punkt Australiens und bei Sonnenuntergang strahlt er in rosa-orangenem Licht und die Atmossphaere ist ueberwaeltigend und eben romantisch.
Byron Bay, selbst, die Stadt hat von der Romantik leider nicht so viel abbekommen. Ein kleines Touristenstaedtchen, das hauptsaechlich von Travellern und Backpackern bevoelkert scheint und stark an Mallorca und aehnliches erinnert. Doch auch ein paar Althippies haben sich hier niedergelassen und so ist Byron Bay Australiens Zentrum fuer alternative Medizin, Yoga, Ayurveda und aehnliches.

Der Teesee

2010
05.12
Naja eigentlich heisst der kleine See in Lennox Head ja “Lake Ainsworth”. Aber der Name Teesee ist im deutschen doch noch ein wenig passender. Denn die rotbraune Farbe des Sees kommt nicht etwa von Dreck oder aenhlichem, sondern von den Teebaeumen, die um den See herum wachsen. Deren Blaetter fallen in den See und schwimmen dort ziemlich lange und voila: Ein ganzer See voll mit Tee!

…Ob der Tee zu kurz oder zu lang gezogen war kann ich leider nicht beurteilen,…aber er war auf jeden Fall schon kalt :O)
Das Wasser ist angeblich gut fuer die Haut, deswegen gehen dort viele Menschen schwimmen. Wir sind natuerlich auch gleich reingehuepft und ich weiss nicht ob ich mir es einbilde, aber ich hatte danach superweiche Haut!
…und hab auch noch gut gerochen  :O)

On the Road again…

2010
04.25

la-hacienda-1 Dieses Wochenende waren wir mal wieder völlig im Freizeitstress. Am Freitag machten wir uns auf den Weg zu einer “Hacienda”, die sich 40 km südlich von Mérida befindet. Diese Hacienda (übersetzt: Landgut) baut Henequén an. Diese Kaktusart der Sorte Agave, besteht aus sehr dünnen aber sehr starken Fasern, die getrocknet werden und zu Schnüren und Seilen in allen Längen und Stärken weiterverarbeitet werden. Es war eine ziemlich interessante Tour über das Landgut und durch die Fabrikhallen, denn man konnte wirklich jeden Schritt verfolgen. Es war uns auch möglich einen Blick in die Maschinen zu werfen, denn von Arbeitsschutzmaßnahmen hält man hier nicht viel. Alle Zahnräder, Riemen und Nockenwellen waren unverkleidet und gut sichtbar. Nach der Besichtigung der Hallen wurden wir auf einem Karren, welcher von einem Muli gezogen wurde, zu einem Haus der Arbeiter kutschiert. Anscheindend gibt es in diesen Seilfabriken traditionell nur Mayastämmige Arbeiter, denn als die Spanier früher in Mexiko eingefallen sind, versklavten sie die indigene Bevölerung und ließen sie für sich arbeiten, da sie besser mit der Hitze zurecht kamen. Diese haben dann widerrum ihre Erfahrungen der Faserverarbeitung an ihre Nachfahren weitergegeben. Heutzutage bekommen die Arbeiter natürlich Geld, was sie aber nicht daran hindert in kleinen Lehmhäusern mit Strohdächern zu leben. Man könnte jetzt annehmen, das diese Zeit in Mexiko vorbei ist, la-hacienda-36 aber tatsächlich existieren hier ganze Dörfer die nur aus diesen Gebäuden bestehen. Geschlafen wird in Hängematten und gekocht wird über einem Lagerfeuer im Hof. Ein Plumpsklo und der Brunnen im Garten ist so ziemlich der größte Luxus den manche Hüttenbesitzer ihr Eigen nennen dürfen. Danach ging es mit Maultier und Karren weiter zu einer Cenote, welche diesmal völlig unterirdisch in einer kleinen Höhle zu finden war. Nach dieser angenehmen Erfrischung hat uns der Grundbesitzer noch ein leckeres yucatekisches Menü serviert und dann ging es nach Hause. Abends waren wir in einer Karaokebar und ham bis morgens um halb 5 durchgefeiert.

Völlig verkatert und gerädert sind wir am nächsten Tag zu einer klassischen Höhlentour aufgebrochen, in die Grotten von Calcehtok. Leider gibt es hiervon nicht viele Bilder, aber alle ,die schonmal in einer Nichtbesucherhöhle waren, können verstehen, dass man in diese viel zu enge und von Sedimenten überlagerten Gänge nicht unbedingt eine Digicam mitnehmen kann. Danach ist man nämlich total verdreckt und ich vermute die Kamera wäre hin gewesen. las-grutas-de-calcehtok-14 Rainer wenn du das hier liest, wirst du bestimmt grün vor Neid, denn unter Yucatan befindet sich eines der größten Höhlensysteme der Erde und ich hab noch viele Wochenenden um einige davon erforschen und befahren zu können. Nach der Höhle ging es wieder in eine Cenote, diesmal war sie aber ein wenig schwieriger zu finden denn sie befand sich in einem Garten. Die Besitzer dieses Grundstücks wollten eingentlich nur einen Brunnen in ihrem Garten bohren und sind zufällig auf eine Cenote gestoßen. Diese war bei weitem nicht so schön wie die etwas touristischeren Cenoten, aber zum Waschen und abkühlen reichte sie. Und seien wir mal ehrlich, gegen ein natürliches Privatschwimmbad unter meinem Haus mit ganzjährlich 24° warmem Wasser hätte ich auch nichts einzuwenden.

Heute gehen wir ein bisschen im Stadtpark klettern. Deswegen muss ich mich jetzt leider etwas kürzer fassen, damit wir auch noch zeitig loskommen. In diesem Sinne “Hasta luego y muchos saludos a mi familia y mis amigos en alemania!”

G’day mate! Welcome to “Down Under”

2010
04.24
So, hier bin ich nun in Australien. Kann es selbst noch gar nicht so richtig glauben. Bisher ist alles so richtig schoen, wie man es sich vorstellt: Die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel, die Leute sind echt freundlich, das Hostel halt n bissl abgefuckt, aber billig und ein paar braungebrannte Surferboys mit Dreadlocks hab ich auch schon gesichtet.
Alles in allem ist es soweit echt toll. Vor allem da ich hier jetzt ausgeschlafen sitz. Hab von gestern Nachmittag 16 Uhr bis heute frueh um 10 geschlafen. Der lange Flug hatte mich echt geschlaucht.
Ich werd mir die Tage jetzt erst mal Sydney anschauen, ein bisschen Sonnenbaden und dann in so ca einer oder zwei Wochen mich auf den Weg machen die Kueste hinauf.
Fotos vom Abschied feiern und von Sydney kommen dann auch in den naechsten Tagen.
Viele Gruesse aus Australien Franzi

Semana Santa

2010
04.08

WOW! War das vielleicht eine Woche. Eine Woche voller Eindrücke, viel Abwechslungen und toller Erfahrungen. Die Semana Santa in Mexiko sind die einzigen richtigen Ferien in Mexico in denen so ziemlich jeder regulär arbeitente Mexikaner frei hat. Sprich – ganz Mexiko ist hier auf den Beinen und unterwegs. Da es dann noch 50% Fahrpreisrabatt für mexikanische Studenten gab, haben wir eine längere Tour gestartet und sind ins Hochland von Chiapas gefahren, also in den südlichsten Teil Mexikos.

pano06 Die erste Etappe führte  uns nach einer 12 stündigen Busfahrt nach Palenque. Hier hab ich meinen ersten Tamale gegessen. Dieses Gericht scheint eine Nationalspeise der Mexikaner zu sein. Tamale sind kleine geschrotete Maiskörner mit Schweine- oder Hühnchenfleisch, die in Bananenblätter gedünstet werden und sehr reichhaltig und sättigend sind. Also das perfekte Frühstück um in den Tag zu starten. Die kleine Stadt Palenque hatte nicht viel zu bieten außer die Ruinen, die es dort ein paar Kilometer außerhalb zu sehen gab. Sehr schöne und riesige Anlage mit einigen architektonischen und bautechnischen Highlights, wie zum Beispiel die Stützmauern, die schon seit 1500 Jahren ohne jegliche Rückverankerung den Erddruck erfolgreich zurückhalten. Durch den fehlenden Pool aber zweifelte unser lieber Klaus an der Überlegenheit dieser frühen Kultur. Lag wahrscheinlich an der großen Hitze. Deswegen war unser nächstes Ziel die nicht weit entfernten Wasserfälle pano09 Misol-Ha und Aqua Azul, wobei von den letzteren leider noch die Bilder fehlen. Dort hatte ich selbst keine Bilder geschossen, da mir persönlich die willkommene Abkühlung wichtiger war als nur rumzuknipsen. Ich hab das dann unseren Chinesen überlassen, was eben den Nachteil hat, dass ich nun nicht im Besitz der Bilder bin. Werden aber hoffentlich Bald nachkommen.

dscf3031 Von dort aus ging es dann direkt weiter nach Ocosinco. Hier gab es auch wieder eine kleine Tempelanlage und nein, ich hab es noch nicht satt Ruinen anzuschauen, da man in jeder wieder etwas neues entdecken kann. Bei dieser war nur die Anreise etwas unkonventionell. Auf der Ablage eines Pickups wurden wir für 50 Cent zur Ruine gefahren und weil wir an diesem Morgen sehr früh raus sind waren wir tatsächlich die Ersten, die diese Ruine in Augenschein nehmen konnten. Ist echt mal ein geiles Gefühl allein auf den Steinen rumklettern zu können. Mittags fuhren wir mit einem kleinen VW Bus nach San Cristóbal de las Casas. Ein wenig eingeengt im Bus begannen wir unsere 2-Stundenfahrt zu dieser schönen, alten Stadt in den Bergen (2100müNN). Unglaublich wie es die Mexikaner schaffen 18 Personen inkl. 6 Traveller mit 80-Literrucksäcken in diesen kleinen Bus zu stopfen.

dscf3291 Aber es war jede Sekunde wert in dieser Enge nach San Cristóbal zu fahren denn diese kleine Bergstadt hat mit ihren Kopfsteinpflasterstraßen und engen Gassen ein äußerst schönes Flair. Geprägt von alten Kirchen, monumentalen Gebäuden und einer tollen Landschaft hat es uns dort so gut gefallen, dass wir einen Dreitageaufenthalt einlegten. Von hier aus konnte man auch schöne Touren machen, wie unseren Ausritt in ein Nachbardorf durch die bergige und bewaldete Gegend. Dabei war der Ausritt natürlich das Entscheidende. Nach 3 Stunden aus einem Wechsel von Galopp und Trap haben wir auch Muskeln dscf3143 gespürt von denen wir nicht einmal annähernd wussten, dass es sie gibt. Aber nachdem wir so einen riesigen Spass hatten, bleibt dies bestimmt nicht die letzte Tour zu Pferd. Mit Muskelkater in den Oberschenkeln entschieden wir uns den nächsten Tag ein wenig entspannter anzugehen und haben uns mit einem Speedboat 2 Stunden durch den Cañón del Sumidero fahren lassen. Man, haben die Boote Power. 400 PS im Rücken können schon agnz schön abgehen und wenn man sich dabei zurücklehnen, die 800m hohen Bergen, ein paar Krokodile, Pelikane und Geier anschauen kann dann ist das schon ein sehr erhabenes Gefühl.

p1100003 Die Lagunas de Montebello zur der es uns danach führte, ist einer der schönsten Seenanlagen die ich je gesehen hatte. Versteckt in den Bergen trifft man dort auf unzählige Seen, die an der Grenze von Mexiko und Guatemala liegen. Auch hier war das klare Nass eine willkommene Abkühlung, der wir nicht wiederstehen konnten. In einem solchen Panorama baden zu dürfen ist schon etwas Besonderes und wir haben es auch ausreichend genossen. Leider hatten wir auch an diesem Tag in einem Bretterverschlag in der Nähe eines Sees gegessen, was uns zu einer zweitätigen Pause gezwungen hat. Manchmal ist es eben doch nich soooo gesund alles zu essen, dscf3375 was man so am Straßenrand findet, obwohl wir eigentlich schon einiges gewohnt waren, mussten wir uns doch eingestehen, dass Fleisch, welches an einem Draht an der frischen Luft hängt, unseren Mägen vielleicht doch nicht so gut bekommt. Dies hat uns, wie schon gesagt, zwei Tage gekostet und kurz danach mussten wir leider schon in die Heimat aufbrechen. Aber den Süden von Mexiko haben wir bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen und ich freu mich schon wieder drauf die Berge, Wälder und Seen dort betrachten und genießen zu können.

From Dusk till Dawn

2010
03.27

Am letzten Wochenende lud unsere Uni alle Spanischstudenten zu einer Tagestour zur Cenote Ik’Kil und Chichén Itzá ein. Dieses Wochenende war ein ganz besonderes Wochenende für die Mayakultur, denn es war Frühlingsanfang. “Frühlingsanfang? Was soll daran schon besonders sein? Das haben wir auch!”  mag sich nun der eine oder andere denken, aber wenn man sich mal überlegt, welch astronomisches Wissen dieses Volk vor ca. 2500 Jahren schon hatte, ist das schier unglaublich. Ich erklär das jetzt mal kurz.

dscf2345 Dzibilchaltún ist eine der größten Ausgrabungsstätten in Nordyucatan. Die 16 Quadratkilometern und ca. 8000 Gebäude die bei der Vermessung aufgezeichnet wurden, konnten wir zwar nicht komplett ablaufen, aber dafür war es uns möglich an diesem Morgen ein echt faszinierendes Spektakel mitzuerleben. Die Mayas wussten schon lange vor uns, dass sich die Erde um die Sonne bewegt und das dieser Umstand irgendwie für die Jahreszeiten verantwortlich ist. Also haben sie in Dzibilchaltún einen Tempel errichtet, durch dessen Fenster jedes Jahr bei Frühlings- und Herbstbeginn die Sonne genau durch das große Fenster in der Mitte des Gebäudes scheint und die kerzengerade Straße vor dem Tempel komplett mit Licht ausfüllt. Wenn man bedenkt, dass wir bis zum Ende des 15. Jahrhunderts noch dachten die Erde sei eine Scheibe und erst später merkten, dass wir uns um die Sonne drehen und nicht umgekehrt, ist das schon erstaunlich. Um das sehen zu können sind wir mal eben um 4 Uhr aufgestanden.

chichen-01 In Chichén Itza kann man ein ähnliches Phänomen beobachten. Nur findet dieses Spektakel hier bei Sonnenuntergang statt. Einer der höchsten Götter der Maya namens Kukulcán, der durch das Symbol einer Schlange dargestellt wird, steht hier im Vordergrund. Zwei mal im Jahr zur Tagundnachtgleiche versinkt die eine Seite der Pyramide vollständig im Schatten. Nur der Rand der Treppe wird noch beleuchtet und auf ihm erscheinen die Umrisse der Stufen der Pyramide und vereinen sich am Fußende mit einem Schlangenkopf zu einer riesigen Schlange, wirklich beeindruckend.

pano Da wir uns zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang noch die Zeit vertreiben wollten und es wirklich saumäßig warm war, hielten wir uns an diesem Tag  noch an der Cenote Ik’Kil auf. Eine Cenote ist einfach ein Loch im Fels, welches durch den Einsturz einer Höhle entstanden und mit Süß- oder Salzwasser gefüllt ist. Einige von ihnen führen auch beide Sorten von Wasser, aber diese sind nur für Taucher zugänglich.
Unsere Cenote jedenfalls war nur mit Süßwassergefüllt und ca. 50 Meter tief.
Wir hatten einen supergenialen Tag, waren aber am Ende auch völlig platt.

Und Tschüss

2010
03.26

Der erste längere Trip den wir hier unternehmen konnten, führte uns an Mexikos Ostküste und dauerte sechs Tage. Während die anderen Zwei an den ersten Spanischstunden teilnehmen durften, konnten Volker und ich eine kleine Tour starten und ein bisschen Kultur, Strand und Essen genießen. Ich dachte auf einer 4 Stunden Busfahrt kann man bestimmt so einiges sehen, aber mich überraschte doch sehr, dass zwischen den großen Städten hier in Yucatan es nur Wald zu geben scheint. Aber vielleicht haben sich die kleinen Dörfer auch hinter dem Urwald versteckt, welcher uns über die gesamte Strecke hinweg begleitet hat.

dscf1459 Unser erster Halt war Tulum. Tulum ist eine Kleinstadt an der Ostküste, welche stolzer Besitzer einer Tempelanlage direkt am Meer ist. Dies ist wirklich etwas besonderes, denn sie ist die einzige ihrer Art. Und ich muss sagen, selbst wenn sie eine der kleinsten Anlagen auf Yucatan ist, ist sie doch eine der schönsten. Der vordere, zum Meer zeigende Teil der Anlage steht auf einer langen Klippe hinter der das Gelände abfällt. Man muss also den oberen Teil der Ruinen hinauflaufen um das Meer zu sehen und ist man erstmal oben verschlägt es einem die Sprache, weil man nicht glauben kann wie schön es hier aussieht. Es ist wie wenn man in einen Urlaubskatalog reingesogen werden würde und auf der anderen Seite auf einmal die Meeresbrise in der Nase hätte. Ein tolles Gefühl dort zu stehen und dieses türkisblaue Meer und den weißen Korallenstaubstrand zu betrachten.

dscf1725 Einen Tag später ging es weiter nach Cobá. Im Lonely Planet hatte ich gelesen, dass es hier möglich sei Krokodile in freier Wildbahn zu sehen und Voilá – Ticket gekauft und los. Hier leben die Krokodile tatsächlich in freier Wildbahn in einem See, welcher sich direkt im Dorf befindet. Wenn man hier baden möchte, sollte man sich zuerst an die Kinder im Dorf wenden die wissen wo es gute Stellen hat um sich eine kleine Erfrischung im kühlen Nass zu gönnen, aber da wir dann doch nicht als Krokomittagssnack enden wollten, haben wir uns dazu entschieden lieber zu schwitzen. Auch hier gabs wieder schicke Mayatempel zu begutachten und man durfte eine Pyramide (die höchste von ihnen) sogar besteigen. Die Forscher haben es noch nicht geschafft alle Pyramiden auszugraben, denn der Urwald ist hier so dicht, dass man die Tempelruinen nur schwer finden kann. Selbst wenn man sich auf die Pyramide stellt und mal danach sucht, kann man nur ganz schwach eine kleinere Pyramide erkennen und in diesem alten Mayadorf gab es sicherlich so an die 20. Die Forscher glauben, dass sie in ganz Mexiko vielleicht erst 60 Prozent ausgegraben haben.

dscf1775 Einen Tag später ging es weiter nach Playa del Carmen, einem kleines Fischerdorf etwas nördlich von Tulum. Ein top Ort um sich zwei Wochen die Sonne auf den Bauch brutzeln zu lassen und am Meer zu liegen. Viel mehr gibt es eigentlich nicht. Das komplette Leben spielt sich hier auf einer kilometerlangen Hauptstraße ab, die an der Strandpromenade entlang läuft. Gespickt von verkleideten Tänzern, Künstlern, viel Lichtern und jede Menge Kitsch, wird hier jede erdenkliche Attraktion angeboten um den Touristen das Geld aus der Tasche zu locken. Hier wird einem alles präsentiert nur nicht das echte Mexiko.

p1030218 Nun folgte das Wochenende auf das wir alle so lange gewartet hatten. Cancún, eine Stadt die einfach nicht aufgibt. Hier kann man von morgens bis abends feiern. Also haben wir schnell im Hotel eingecheckt, auf Thomas und Klaus gewartet, uns gestylt, vorgeglüht und ab gings auf die Partymeile. Zuerst ein wenig geschockt von den hohen Eintrittspreisen (der beliebteste Club lag bei 70 US$ inkl. All u can drink), haben wir uns ein 4-Club-Kombi-Ticket gekauft und einfach die ganze Nacht Vollgas gegeben. Die ziehen in ihren Clubs echt eine hammermäßige Show ab. Akrobaten, Tänzer, irgendwelche verkleideten Typen mit Lichterfackeln, College-Pin-Up-Girl-Voting (siehe Bilder) und richtig gute Musik machten unseren ersten Abend zu einem vollen Erfolg. Morgens bei Sonnenaufgang im Meer schwimmen gehen und danach total übermüdet ins Bett fallen rundeten die Nacht dann noch ab. Die zweite Nacht war mindestens genauso feierlastig wie die erste, nur haben wir gar nicht geschlafen, denn wir sind morgens schon auf die Isla Mujeres isla-mujeres-01 rübergefahren um einfach nur den schönsten Strand Mexikos und die Sonne bei einem kleinen Nickerchen am Mittag zu genießen. Boah, waren wir fertig. Nach diesem Wochenende waren wir dann auch wieder froh in Mérida anzukommen. Dienstags sind wir dann in unser eigenes Haus gezogen, in welchem wir die nächsten fünf Monate wohnen werden. Wenn wir es morgen mal schaffen unser Haus gescheit zu fotografieren, dann zeig ich euch auch mal wie schlecht es uns hier geht ;-) In diesem Sinne – Hasta Luego!

Little Franzi discovering the Big Apple

2010
03.16

dscn0308 So nun ist die Woche leider schon vorbei und ich bin immer noch beindruckt von allem was ich gesehen und erlebt hab. New York ist die geilste Stadt der Welt und ich kann jedem nur einen Besuch dort empfehlen. Die Fotos sind jetzt unter der Rubrik “New York” online. Ich hoffe sie gefallen euch.

Have fun watching!