Nimbin – Flower Power

2010
05.14
Der Ruf der Stadt eilt ihr vorraus. Hippies, Gras, halluzinogene Drogen und Flower Power sind die Begriffe die Einheimischen zu der Stadt einfallen. In Byron Bay sahen wir schon die Buse mit Touristen die Tagestouren nach Nimbin fuhren und die schienen das Cliche nur zu bedienen. Grosse bunte Doppeldecker über und über mit Blumen in grellen Farben bemalt.
So waren wir auf alles gefasst, als wir nach Nimbin reinfuhren. Es war wie erwartet und doch ganz anders. Auf den ersten Blick etwas touristisch und abgeklaert liessen sich bei naeherem Hinsehen echt schoene Ecken entdecken. Natuerlich sind wir einmal die Hauptstrasse hoch und runter gelaufen und natuerlich wurden wir alle 5 Minuten angequatscht: “Wanna buy some Ganja?” Was wir natuerlich hoefflich verneinten :O)
In jedem Schaufenster hingen “LEGALIZE IT”-Schilder und so viele aeltere Herren mit langen Haaren und Pferdeschwanz habe ich noch nie auf einem Fleck gesehen.
Die Leute warens sehr freundlich, die Haeuser waren bunt bemalt…
…Doch nicht an Nimbin werde ich mich spaeter erinnern, sondern an einen kleinen Ort namens Rosebank, durch den wir auf unserem Weg nach Nimbin kamen. Wir waren schon den ganzen Morgen kreuz und quer gefahren und hatten Farmer nach Jobs gefragt, da kamen wir durch dieses “Staetdchen”. “Staedtchen” in Anfuehrungszeichen, weil es eigentlich nur 4 oder 5 Haeuser an einer Strassenkreuzung waren und ein kleines Cafe. Das Cafe erfuellte die Funktion eines Tante-Emma-Ladens. Man konnte dort alles zum Leben notwendige kaufen. Wir machten dort eine kleine Pause, tranken Kaffee und Chaitee (der leckerste Chaitee, den ich je hatte, mit frischem Ingwer und Kraeutern gemacht) und erholten uns von der Jobsuche. Eine kleine Katze lag faul in der Sonne und ich spielte mit ihr und streichelte sie ausgiebig. Der Inhaber des Cafes hatte Dreadlocks und war total relaxt und gechillt. Ueberall hingen Traumfaenger und glitzernde Windspiele aus buntem Glas und Steinen. Der ganze Ort strahlte eine Atmosphaere von Zufriedenheit, Ruhe und Frieden aus. Ab und zu kamen Familien in alten Autos vorbei um Milch oder aehnliches zu kaufen; Hippies in bunten Kleidern mit Kindern, die vor dem Cafe spielten. Ich hatte fast selbst Lust ein zurueckgezogenes Hippieleben anzufangen und dort zu bleiben und das Leben in der Natur  zu geniessen.

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