Archive for April, 2010

On the Road again…


2010
04.25

la-hacienda-1 Dieses Wochenende waren wir mal wieder völlig im Freizeitstress. Am Freitag machten wir uns auf den Weg zu einer “Hacienda”, die sich 40 km südlich von Mérida befindet. Diese Hacienda (übersetzt: Landgut) baut Henequén an. Diese Kaktusart der Sorte Agave, besteht aus sehr dünnen aber sehr starken Fasern, die getrocknet werden und zu Schnüren und Seilen in allen Längen und Stärken weiterverarbeitet werden. Es war eine ziemlich interessante Tour über das Landgut und durch die Fabrikhallen, denn man konnte wirklich jeden Schritt verfolgen. Es war uns auch möglich einen Blick in die Maschinen zu werfen, denn von Arbeitsschutzmaßnahmen hält man hier nicht viel. Alle Zahnräder, Riemen und Nockenwellen waren unverkleidet und gut sichtbar. Nach der Besichtigung der Hallen wurden wir auf einem Karren, welcher von einem Muli gezogen wurde, zu einem Haus der Arbeiter kutschiert. Anscheindend gibt es in diesen Seilfabriken traditionell nur Mayastämmige Arbeiter, denn als die Spanier früher in Mexiko eingefallen sind, versklavten sie die indigene Bevölerung und ließen sie für sich arbeiten, da sie besser mit der Hitze zurecht kamen. Diese haben dann widerrum ihre Erfahrungen der Faserverarbeitung an ihre Nachfahren weitergegeben. Heutzutage bekommen die Arbeiter natürlich Geld, was sie aber nicht daran hindert in kleinen Lehmhäusern mit Strohdächern zu leben. Man könnte jetzt annehmen, das diese Zeit in Mexiko vorbei ist, la-hacienda-36 aber tatsächlich existieren hier ganze Dörfer die nur aus diesen Gebäuden bestehen. Geschlafen wird in Hängematten und gekocht wird über einem Lagerfeuer im Hof. Ein Plumpsklo und der Brunnen im Garten ist so ziemlich der größte Luxus den manche Hüttenbesitzer ihr Eigen nennen dürfen. Danach ging es mit Maultier und Karren weiter zu einer Cenote, welche diesmal völlig unterirdisch in einer kleinen Höhle zu finden war. Nach dieser angenehmen Erfrischung hat uns der Grundbesitzer noch ein leckeres yucatekisches Menü serviert und dann ging es nach Hause. Abends waren wir in einer Karaokebar und ham bis morgens um halb 5 durchgefeiert.

Völlig verkatert und gerädert sind wir am nächsten Tag zu einer klassischen Höhlentour aufgebrochen, in die Grotten von Calcehtok. Leider gibt es hiervon nicht viele Bilder, aber alle ,die schonmal in einer Nichtbesucherhöhle waren, können verstehen, dass man in diese viel zu enge und von Sedimenten überlagerten Gänge nicht unbedingt eine Digicam mitnehmen kann. Danach ist man nämlich total verdreckt und ich vermute die Kamera wäre hin gewesen. las-grutas-de-calcehtok-14 Rainer wenn du das hier liest, wirst du bestimmt grün vor Neid, denn unter Yucatan befindet sich eines der größten Höhlensysteme der Erde und ich hab noch viele Wochenenden um einige davon erforschen und befahren zu können. Nach der Höhle ging es wieder in eine Cenote, diesmal war sie aber ein wenig schwieriger zu finden denn sie befand sich in einem Garten. Die Besitzer dieses Grundstücks wollten eingentlich nur einen Brunnen in ihrem Garten bohren und sind zufällig auf eine Cenote gestoßen. Diese war bei weitem nicht so schön wie die etwas touristischeren Cenoten, aber zum Waschen und abkühlen reichte sie. Und seien wir mal ehrlich, gegen ein natürliches Privatschwimmbad unter meinem Haus mit ganzjährlich 24° warmem Wasser hätte ich auch nichts einzuwenden.

Heute gehen wir ein bisschen im Stadtpark klettern. Deswegen muss ich mich jetzt leider etwas kürzer fassen, damit wir auch noch zeitig loskommen. In diesem Sinne “Hasta luego y muchos saludos a mi familia y mis amigos en alemania!”

G’day mate! Welcome to “Down Under”


2010
04.24
So, hier bin ich nun in Australien. Kann es selbst noch gar nicht so richtig glauben. Bisher ist alles so richtig schoen, wie man es sich vorstellt: Die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel, die Leute sind echt freundlich, das Hostel halt n bissl abgefuckt, aber billig und ein paar braungebrannte Surferboys mit Dreadlocks hab ich auch schon gesichtet.
Alles in allem ist es soweit echt toll. Vor allem da ich hier jetzt ausgeschlafen sitz. Hab von gestern Nachmittag 16 Uhr bis heute frueh um 10 geschlafen. Der lange Flug hatte mich echt geschlaucht.
Ich werd mir die Tage jetzt erst mal Sydney anschauen, ein bisschen Sonnenbaden und dann in so ca einer oder zwei Wochen mich auf den Weg machen die Kueste hinauf.
Fotos vom Abschied feiern und von Sydney kommen dann auch in den naechsten Tagen.
Viele Gruesse aus Australien Franzi

Semana Santa


2010
04.08

WOW! War das vielleicht eine Woche. Eine Woche voller Eindrücke, viel Abwechslungen und toller Erfahrungen. Die Semana Santa in Mexiko sind die einzigen richtigen Ferien in Mexico in denen so ziemlich jeder regulär arbeitente Mexikaner frei hat. Sprich – ganz Mexiko ist hier auf den Beinen und unterwegs. Da es dann noch 50% Fahrpreisrabatt für mexikanische Studenten gab, haben wir eine längere Tour gestartet und sind ins Hochland von Chiapas gefahren, also in den südlichsten Teil Mexikos.

pano06 Die erste Etappe führte  uns nach einer 12 stündigen Busfahrt nach Palenque. Hier hab ich meinen ersten Tamale gegessen. Dieses Gericht scheint eine Nationalspeise der Mexikaner zu sein. Tamale sind kleine geschrotete Maiskörner mit Schweine- oder Hühnchenfleisch, die in Bananenblätter gedünstet werden und sehr reichhaltig und sättigend sind. Also das perfekte Frühstück um in den Tag zu starten. Die kleine Stadt Palenque hatte nicht viel zu bieten außer die Ruinen, die es dort ein paar Kilometer außerhalb zu sehen gab. Sehr schöne und riesige Anlage mit einigen architektonischen und bautechnischen Highlights, wie zum Beispiel die Stützmauern, die schon seit 1500 Jahren ohne jegliche Rückverankerung den Erddruck erfolgreich zurückhalten. Durch den fehlenden Pool aber zweifelte unser lieber Klaus an der Überlegenheit dieser frühen Kultur. Lag wahrscheinlich an der großen Hitze. Deswegen war unser nächstes Ziel die nicht weit entfernten Wasserfälle pano09 Misol-Ha und Aqua Azul, wobei von den letzteren leider noch die Bilder fehlen. Dort hatte ich selbst keine Bilder geschossen, da mir persönlich die willkommene Abkühlung wichtiger war als nur rumzuknipsen. Ich hab das dann unseren Chinesen überlassen, was eben den Nachteil hat, dass ich nun nicht im Besitz der Bilder bin. Werden aber hoffentlich Bald nachkommen.

dscf3031 Von dort aus ging es dann direkt weiter nach Ocosinco. Hier gab es auch wieder eine kleine Tempelanlage und nein, ich hab es noch nicht satt Ruinen anzuschauen, da man in jeder wieder etwas neues entdecken kann. Bei dieser war nur die Anreise etwas unkonventionell. Auf der Ablage eines Pickups wurden wir für 50 Cent zur Ruine gefahren und weil wir an diesem Morgen sehr früh raus sind waren wir tatsächlich die Ersten, die diese Ruine in Augenschein nehmen konnten. Ist echt mal ein geiles Gefühl allein auf den Steinen rumklettern zu können. Mittags fuhren wir mit einem kleinen VW Bus nach San Cristóbal de las Casas. Ein wenig eingeengt im Bus begannen wir unsere 2-Stundenfahrt zu dieser schönen, alten Stadt in den Bergen (2100müNN). Unglaublich wie es die Mexikaner schaffen 18 Personen inkl. 6 Traveller mit 80-Literrucksäcken in diesen kleinen Bus zu stopfen.

dscf3291 Aber es war jede Sekunde wert in dieser Enge nach San Cristóbal zu fahren denn diese kleine Bergstadt hat mit ihren Kopfsteinpflasterstraßen und engen Gassen ein äußerst schönes Flair. Geprägt von alten Kirchen, monumentalen Gebäuden und einer tollen Landschaft hat es uns dort so gut gefallen, dass wir einen Dreitageaufenthalt einlegten. Von hier aus konnte man auch schöne Touren machen, wie unseren Ausritt in ein Nachbardorf durch die bergige und bewaldete Gegend. Dabei war der Ausritt natürlich das Entscheidende. Nach 3 Stunden aus einem Wechsel von Galopp und Trap haben wir auch Muskeln dscf3143 gespürt von denen wir nicht einmal annähernd wussten, dass es sie gibt. Aber nachdem wir so einen riesigen Spass hatten, bleibt dies bestimmt nicht die letzte Tour zu Pferd. Mit Muskelkater in den Oberschenkeln entschieden wir uns den nächsten Tag ein wenig entspannter anzugehen und haben uns mit einem Speedboat 2 Stunden durch den Cañón del Sumidero fahren lassen. Man, haben die Boote Power. 400 PS im Rücken können schon agnz schön abgehen und wenn man sich dabei zurücklehnen, die 800m hohen Bergen, ein paar Krokodile, Pelikane und Geier anschauen kann dann ist das schon ein sehr erhabenes Gefühl.

p1100003 Die Lagunas de Montebello zur der es uns danach führte, ist einer der schönsten Seenanlagen die ich je gesehen hatte. Versteckt in den Bergen trifft man dort auf unzählige Seen, die an der Grenze von Mexiko und Guatemala liegen. Auch hier war das klare Nass eine willkommene Abkühlung, der wir nicht wiederstehen konnten. In einem solchen Panorama baden zu dürfen ist schon etwas Besonderes und wir haben es auch ausreichend genossen. Leider hatten wir auch an diesem Tag in einem Bretterverschlag in der Nähe eines Sees gegessen, was uns zu einer zweitätigen Pause gezwungen hat. Manchmal ist es eben doch nich soooo gesund alles zu essen, dscf3375 was man so am Straßenrand findet, obwohl wir eigentlich schon einiges gewohnt waren, mussten wir uns doch eingestehen, dass Fleisch, welches an einem Draht an der frischen Luft hängt, unseren Mägen vielleicht doch nicht so gut bekommt. Dies hat uns, wie schon gesagt, zwei Tage gekostet und kurz danach mussten wir leider schon in die Heimat aufbrechen. Aber den Süden von Mexiko haben wir bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen und ich freu mich schon wieder drauf die Berge, Wälder und Seen dort betrachten und genießen zu können.