Archive for März, 2010

From Dusk till Dawn


2010
03.27

Am letzten Wochenende lud unsere Uni alle Spanischstudenten zu einer Tagestour zur Cenote Ik’Kil und Chichén Itzá ein. Dieses Wochenende war ein ganz besonderes Wochenende für die Mayakultur, denn es war Frühlingsanfang. “Frühlingsanfang? Was soll daran schon besonders sein? Das haben wir auch!”  mag sich nun der eine oder andere denken, aber wenn man sich mal überlegt, welch astronomisches Wissen dieses Volk vor ca. 2500 Jahren schon hatte, ist das schier unglaublich. Ich erklär das jetzt mal kurz.

dscf2345 Dzibilchaltún ist eine der größten Ausgrabungsstätten in Nordyucatan. Die 16 Quadratkilometern und ca. 8000 Gebäude die bei der Vermessung aufgezeichnet wurden, konnten wir zwar nicht komplett ablaufen, aber dafür war es uns möglich an diesem Morgen ein echt faszinierendes Spektakel mitzuerleben. Die Mayas wussten schon lange vor uns, dass sich die Erde um die Sonne bewegt und das dieser Umstand irgendwie für die Jahreszeiten verantwortlich ist. Also haben sie in Dzibilchaltún einen Tempel errichtet, durch dessen Fenster jedes Jahr bei Frühlings- und Herbstbeginn die Sonne genau durch das große Fenster in der Mitte des Gebäudes scheint und die kerzengerade Straße vor dem Tempel komplett mit Licht ausfüllt. Wenn man bedenkt, dass wir bis zum Ende des 15. Jahrhunderts noch dachten die Erde sei eine Scheibe und erst später merkten, dass wir uns um die Sonne drehen und nicht umgekehrt, ist das schon erstaunlich. Um das sehen zu können sind wir mal eben um 4 Uhr aufgestanden.

chichen-01 In Chichén Itza kann man ein ähnliches Phänomen beobachten. Nur findet dieses Spektakel hier bei Sonnenuntergang statt. Einer der höchsten Götter der Maya namens Kukulcán, der durch das Symbol einer Schlange dargestellt wird, steht hier im Vordergrund. Zwei mal im Jahr zur Tagundnachtgleiche versinkt die eine Seite der Pyramide vollständig im Schatten. Nur der Rand der Treppe wird noch beleuchtet und auf ihm erscheinen die Umrisse der Stufen der Pyramide und vereinen sich am Fußende mit einem Schlangenkopf zu einer riesigen Schlange, wirklich beeindruckend.

pano Da wir uns zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang noch die Zeit vertreiben wollten und es wirklich saumäßig warm war, hielten wir uns an diesem Tag  noch an der Cenote Ik’Kil auf. Eine Cenote ist einfach ein Loch im Fels, welches durch den Einsturz einer Höhle entstanden und mit Süß- oder Salzwasser gefüllt ist. Einige von ihnen führen auch beide Sorten von Wasser, aber diese sind nur für Taucher zugänglich.
Unsere Cenote jedenfalls war nur mit Süßwassergefüllt und ca. 50 Meter tief.
Wir hatten einen supergenialen Tag, waren aber am Ende auch völlig platt.

Und Tschüss


2010
03.26

Der erste längere Trip den wir hier unternehmen konnten, führte uns an Mexikos Ostküste und dauerte sechs Tage. Während die anderen Zwei an den ersten Spanischstunden teilnehmen durften, konnten Volker und ich eine kleine Tour starten und ein bisschen Kultur, Strand und Essen genießen. Ich dachte auf einer 4 Stunden Busfahrt kann man bestimmt so einiges sehen, aber mich überraschte doch sehr, dass zwischen den großen Städten hier in Yucatan es nur Wald zu geben scheint. Aber vielleicht haben sich die kleinen Dörfer auch hinter dem Urwald versteckt, welcher uns über die gesamte Strecke hinweg begleitet hat.

dscf1459 Unser erster Halt war Tulum. Tulum ist eine Kleinstadt an der Ostküste, welche stolzer Besitzer einer Tempelanlage direkt am Meer ist. Dies ist wirklich etwas besonderes, denn sie ist die einzige ihrer Art. Und ich muss sagen, selbst wenn sie eine der kleinsten Anlagen auf Yucatan ist, ist sie doch eine der schönsten. Der vordere, zum Meer zeigende Teil der Anlage steht auf einer langen Klippe hinter der das Gelände abfällt. Man muss also den oberen Teil der Ruinen hinauflaufen um das Meer zu sehen und ist man erstmal oben verschlägt es einem die Sprache, weil man nicht glauben kann wie schön es hier aussieht. Es ist wie wenn man in einen Urlaubskatalog reingesogen werden würde und auf der anderen Seite auf einmal die Meeresbrise in der Nase hätte. Ein tolles Gefühl dort zu stehen und dieses türkisblaue Meer und den weißen Korallenstaubstrand zu betrachten.

dscf1725 Einen Tag später ging es weiter nach Cobá. Im Lonely Planet hatte ich gelesen, dass es hier möglich sei Krokodile in freier Wildbahn zu sehen und Voilá – Ticket gekauft und los. Hier leben die Krokodile tatsächlich in freier Wildbahn in einem See, welcher sich direkt im Dorf befindet. Wenn man hier baden möchte, sollte man sich zuerst an die Kinder im Dorf wenden die wissen wo es gute Stellen hat um sich eine kleine Erfrischung im kühlen Nass zu gönnen, aber da wir dann doch nicht als Krokomittagssnack enden wollten, haben wir uns dazu entschieden lieber zu schwitzen. Auch hier gabs wieder schicke Mayatempel zu begutachten und man durfte eine Pyramide (die höchste von ihnen) sogar besteigen. Die Forscher haben es noch nicht geschafft alle Pyramiden auszugraben, denn der Urwald ist hier so dicht, dass man die Tempelruinen nur schwer finden kann. Selbst wenn man sich auf die Pyramide stellt und mal danach sucht, kann man nur ganz schwach eine kleinere Pyramide erkennen und in diesem alten Mayadorf gab es sicherlich so an die 20. Die Forscher glauben, dass sie in ganz Mexiko vielleicht erst 60 Prozent ausgegraben haben.

dscf1775 Einen Tag später ging es weiter nach Playa del Carmen, einem kleines Fischerdorf etwas nördlich von Tulum. Ein top Ort um sich zwei Wochen die Sonne auf den Bauch brutzeln zu lassen und am Meer zu liegen. Viel mehr gibt es eigentlich nicht. Das komplette Leben spielt sich hier auf einer kilometerlangen Hauptstraße ab, die an der Strandpromenade entlang läuft. Gespickt von verkleideten Tänzern, Künstlern, viel Lichtern und jede Menge Kitsch, wird hier jede erdenkliche Attraktion angeboten um den Touristen das Geld aus der Tasche zu locken. Hier wird einem alles präsentiert nur nicht das echte Mexiko.

p1030218 Nun folgte das Wochenende auf das wir alle so lange gewartet hatten. Cancún, eine Stadt die einfach nicht aufgibt. Hier kann man von morgens bis abends feiern. Also haben wir schnell im Hotel eingecheckt, auf Thomas und Klaus gewartet, uns gestylt, vorgeglüht und ab gings auf die Partymeile. Zuerst ein wenig geschockt von den hohen Eintrittspreisen (der beliebteste Club lag bei 70 US$ inkl. All u can drink), haben wir uns ein 4-Club-Kombi-Ticket gekauft und einfach die ganze Nacht Vollgas gegeben. Die ziehen in ihren Clubs echt eine hammermäßige Show ab. Akrobaten, Tänzer, irgendwelche verkleideten Typen mit Lichterfackeln, College-Pin-Up-Girl-Voting (siehe Bilder) und richtig gute Musik machten unseren ersten Abend zu einem vollen Erfolg. Morgens bei Sonnenaufgang im Meer schwimmen gehen und danach total übermüdet ins Bett fallen rundeten die Nacht dann noch ab. Die zweite Nacht war mindestens genauso feierlastig wie die erste, nur haben wir gar nicht geschlafen, denn wir sind morgens schon auf die Isla Mujeres isla-mujeres-01 rübergefahren um einfach nur den schönsten Strand Mexikos und die Sonne bei einem kleinen Nickerchen am Mittag zu genießen. Boah, waren wir fertig. Nach diesem Wochenende waren wir dann auch wieder froh in Mérida anzukommen. Dienstags sind wir dann in unser eigenes Haus gezogen, in welchem wir die nächsten fünf Monate wohnen werden. Wenn wir es morgen mal schaffen unser Haus gescheit zu fotografieren, dann zeig ich euch auch mal wie schlecht es uns hier geht ;-) In diesem Sinne – Hasta Luego!

Little Franzi discovering the Big Apple


2010
03.16

dscn0308 So nun ist die Woche leider schon vorbei und ich bin immer noch beindruckt von allem was ich gesehen und erlebt hab. New York ist die geilste Stadt der Welt und ich kann jedem nur einen Besuch dort empfehlen. Die Fotos sind jetzt unter der Rubrik “New York” online. Ich hoffe sie gefallen euch.

Have fun watching!

Hola mi amigo!


2010
03.09

img_2218 VOLKER IST DA! Und ich freu mich riesig. Natürlich verlief auch seine Anreise nicht ganz problemlos. Er musste zwar keine Nacht auf dem Flughafen verbringen dafür schlief Nagels Rucksack ne Nacht in Houston. Momentan warten wir immer noch auf seinen Rucksack und hoffen, dass dieser auch ankommt. Volker war bei unserer zweiten Spanischstunde auch mit dabei und durfte erleben was es heißt auf einem mexikanischen Markt einzukaufen. Auch er konnte schon seine Zunge mit den örtlichen Köstlichkeiten verwöhnen (Tacos, Fisch in Knoblauch, Schwein mit schwarzen Bohnen, Papayas und Yucas). p1020895 Nur die Wurmsuppe war nicht ganz nach seinem Geschmack! Volker hat auch gleich den Würthkalender um einen weiteren Schnappschuss erweitert und die Hängematten probegelegen. O-Ton Volker: “Hier lässt sichs leben, ich wander aus!” Morgen startet auch für Volker das Abenteuer Busfahren. Und ihr wisst ja wie sehr er an seinem Auto hängt. :)

Die nächsten Tage werden wir am Nachmittag auch sicherlich ein paar Mayatempel und Cenoten (Wasserlöcher der Mayas) anschauen und am Strand relaxen. Kamerakind Volker wird euch dann mit weiteren Bildern in den nächsten Tagen versorgen. Freut euch schon drauf!

Bienvenidos en Mérida


2010
03.03

img_2009 Wir haben es geschafft und sind wohlbehütet in Mérida angekommen und es gefällt uns echt gut hier.
Anfangs hatten wir ein paar Schwierigkeiten überhaupt nach Mérida zu kommen, denn schon am frankfurter Flughafen haben die Nasen am Check-In Schalter vergessen das Gepäck von Klaus bis nach Mérida zu befördern und schließlich musste er in México City auschecken und wieder einchecken. Dann noch die lange Pass- und Einreisekontrolle am Flughafen und schwupps, verpasst man seinen Anschlussflug. Umbuchen war aber völlig kostenlos. Anscheinend hatten noch mehr Leute Probleme den Flug zu bekommen, denn am nächsten Tag haben wir im Flieger ein paar bekannte Gesichter wieder gesehen. Diese Nacht verbrachten wir also am Aeropuerto de México City in einem echten Luxuszimmer.

Angekommen am Flughafen in Mérida ging es dann erstmal in die Innenstadt um das Hostel und die Universität zu suchen – soweit problemlos. Das einzige was mich überraschte war, dass an der Universität keiner English gesprochen hatte. “Lo siento, solo español!” war der häufigste Satz den wir dort zu hören bekamen. Also mit Händen, Füßen, ein paar Brocken Spanisch und unserem deutschen Charme ab durch das bürokratische Wirrwarr der Uni.

img_2008 Danach ging es dann mit knurrendem Magen in ein Maya Restaurant. Hab dann gleich mal was bestellt was ich nicht kannte. Empanadas con cazón – Frittierte Kartoffeltaschen mit Hai gefüllt dazu Papayasaft (siehe Bild) – unglaublich lecker!

Es ist gerade 7:02 Uhr morgens und heute versuchen wir dann unsere Ansprechpartnerin und unsere Spanischlehrerin zu finden, denn die beiden waren gestern nicht da. Danach gehts an die Wohnungssuche, obwohl wir heute Mittag ein Zimmer direkt am Pool zugewiesen bekommen. Könnte man sich echt dran gewöhnen hier zu leben.

Viva México 2010