Archive for the ‘México’ Category

Wembley ist ausgeglichen!


2010
06.29

dscn3040 Es war uns nicht immer möglich jedes Deutschlandspiel in Mexiko am Fernseher live zu verfolgen (Deutschland – Serbien gabs leider nur im Webradio), aber sobald wir die Möglichkeit hatten, nahmen wir diese wahr. So auch im Falle des Achtelfinalspiels Deutschland – England. Es wäre auch eine Schande gewesen dieses nervenaufreibende Spiel zu verpassen. In den Bars in Mexiko fehlt aber ein wenig die Fanstimmung bei Auslandsspielen. Sobald aber die mexikanische Elf im Fernsehen läuft, gibt es kein Halten mehr und die Bars schenken für 10 Euro so viel aus wie in einen reinpasst und das haben wir natürlich ausgenutzt (bei zwei Bildern sieht man Timos Armbanduhr im Bild). Der Kellner war anfangs ein wenig überfordert, da er permanent für unseren Tisch (8 Leute) rennen musste. Als es ihm dann zu stressig wurde, hatte er uns bei jeder Bestellung direkt die doppelte Menge aufgetischt. Als ihm selbst dies dscn2838 noch den letzten Nerv kostete, stellte er uns volle Falschen auf den Tisch um die ganzen Sachen selber zu mischen. Ich weiss nicht mehr so ganz genau wie viel wir getrunken hatten, aber die Fotos haben uns verraten, dass wir keinen Fusel angedreht bekamen. Um ca. 19 Uhr hatten wir es dann gerade noch mit dem Bus bis zum Burger King und nach Hause geschafft. Junge Junge, was für Spiele. Der ein oder andere wird sich jetzt vielleicht fragen, warum wir mit den Mexikanern so ausgiebig gefeiert hatten, aber die Mexikaner folgen dem strikten Motto: “Wenn wir gewinnen wird gefeiert und wenn nicht – dann eben auch!”. Aufgrund der Eliminierung Mexikos durch Argentinien haben wir hier eine neue Fangruppe für Deutschland gewonnen. In diesem Sinne “A bajo con Inglaterra!”

¡México, como te quiero!


2010
05.18

dsc03695 Das türkisfarbene Meer, weißer Sandstrand und strahlendblauer Himmel sind ja schon nicht schlecht, wenn man in der Karibik ist. Schnorcheln in diesem kühlen Nass ist auch nicht gerade von schlechten Eltern, aber dann noch einen Tauchkurs an einem der schönsten Riffe der Erde absolvieren zu können, hat sogar uns die Sprache verschlagen. Ich hätte nie gedacht, dass diese Unterwasserwelt so artenreich, friedlich und wunderschön sein kann. Da wir auf der Insel Cozumel genug Zeit hatten, haben wir uns dazu entschlossen uns ausbilden zu lassen und sind somit offiziell durch PADI lizensierte OPENWATER DIVER.
Das ist doch mal was. Barrakudas, Schildkröten, Rochen, Skorpionfische, Feuerfische, Clownfische und Papageienfische um nur mal einige von den Tieren aufzuzählen die wir da unten entdecken konnten. Das sind schon sehr zutrauliche Tiere. Man kann sich ihnen bis auf 20cm nähern und erst dann suchen sie das Weite. Meistens sind die Tiere Digital Camera aber mindestens so neugierig und verspielt wie die Taucher selbst. Niemals hätte ich eine so farbenfrohe und lebendige Welt in nur 18 Meter Tiefe erwartet. Man fühlt sich dort unten so dermaßen wohl und ausgeglichen, dass man nach 45 Minuten wieder völlig entspannt und ausgeruht oben ankommt. Am liebsten würde man den ganzen Tag da unten verweilen, aber leider hält der Sauerstoff nicht so lange. Ich kann es nur empfehlen. Wenn ihr mal die Möglichkeit habt Tauchen zu lernen, dann tut es. Es ist wirklich jeden Cent wert, den man dafür ausgibt. Zum Glück hatten zwei der Tauchteilnehmer ihre Unterwasserkameras dabei, denn sonst könnte ich euch nicht die wunderbaren Bilder unserer 5 Tauchgänge zeigen. ¡Que te diviertas!

Schon wieder Karibik?


2010
05.18

dscf3747 Jep, wenn man nur 4 Stunden davon entfernt ist und erst kurzerhand erfährt, dass man wieder eine Woche frei hat, dann hat man nicht viel Zeit zu planen und so schlecht leben, lässt es sich in der Karibik schließlich auch wieder nicht. Also wieder ab nach Cancun, eine Nacht durchfeiern und zum ausnüchtern auf die Isla Mujeres. Leider haben wir in dieser Nacht unsere Kamera vergessen (also jeder von uns) deswegen gibt es keine Bilder, obwohl es dennoch das Ein oder Andere zu erzählen gibt. Einer unserer kanadischen Freunde Wes ist stockbesoffen über das Geländer unserer Disco, in den sich darunter befindenden Pool, gesprungen und ist in den in Dunkelheit getauchten Strand hinausgerannt. Klaus, der direkt hinterher gesprungen ist (natürlich im gleichen Geisteszustand) wollte anscheinend hinterher. Leider aber ist er genau in die gegengesetzte Richtung geeilt. Beide in der Nacht verschwunden, wollte ich mir gar keine große Mühe machen die beiden jetzt suchen zu gehen, vor allem da ich mich eher um den auf der Liege eingeschlafenen Thomas kümmern wollte. Bis jetzt entwickelte sich die Geschichte ja ganz gut, aber als ich dann Thomas nach 20 Minuten Komawache weckte um den Club zu verlassen und wir es dann bis vor die Tür geschafft hatten, kam uns auch schon Wes entgegen und meinte er sei am Strand beklaut worden (also nicht ausgeraubt). Nachdem er wie blöd am Strand nach einer verdächtig aussehenden Person gesucht, sie tatsächlich gefunden und bis auf die blanke Haut ausgezogen hatte, kam er dann doch resignierend zurück um uns zu berichten was Passiert war. Nur was kann man schon tun, wenn man in Mexiko nach einem verdächtigem Mexikaner Ausschau halten möchte? dscf3800 Genau – Nichts. Wir haben uns dann dazu entschlossen Burger an einem der unzähligen Straßenstände essen zu gehen. Auf einmal bemerkte ich, dass meine Blase die überflüssigen Alkoholika loswerden wollte und verschaffte mir hinter einem Werbeplakat Erleichterung. Also ich gerade hervorkam winkte mich auch schon ein Polizist zu seinem Auto und fragte mich was ich denn dahinten gemacht habe. Stolz verkündete ich nur gepinkelt zu haben worauf er mir daraufhin die Handschellen zeigte und meinte er müsse mich jetzt wohl mitnehmen. Mein Stolz war gebrochen. Kleinlaut erwähnte ich noch das es mir doch sehr leid Täte und ich doch nur ein armer Betrunkener sei, der es nicht besser wüsste. Da eilte schon mein beklauter Kanadier an meine Seite woraufhin ich das Thema unseres bisherigen Gespräches geschickt ablenken und mich aus dem Staub machen konnte. Thomas unterstützte Wes bei seiner Strandgeschichte, wobei die beiden Polizisten sich anscheinend nur wenig dafür interessierten und stattdessen immer auf mich gezeigt hätten. Als dann Thomas nach dem Preis gefragt, sich die Polizisten nach kurzer Absprache auf 1500 $ MXN (ca. 100 Euro) geeinigt hatten, dscf3999 versicherte er ihnen, dass er wohl keinen Andreas kenne, aber er bräuchte ein Taxi in die Innenstadt zu seinem Hotel. Anscheinend wurde es den Polizisten dann doch zu doof und sie sind weggefahren, aber einen kurzen Moment hatte ich wirklich schiss die Nacht hinter mexikanischen Gardinen zu verbringen.

Ging ja noch alles Gut, haben dann am nächsten Tag auf der Isla Mujeres ein Golfkart gemietet und sind noch mit Restalkohol über die Insel gebraust. Bei einer Maximalgeschwindigkeit von 30 km/h wirklich noch vertretbar. Dann weiter nach Cozumel um die restlichen Tage zu entspannen, mit einem Jeep zu einsamen Stränden zu fahren und sich von den Wellen im Wasser so richtig verdreschen zu lassen. Schöner hätte es fast nicht mehr sein können.

On the Road again…


2010
04.25

la-hacienda-1 Dieses Wochenende waren wir mal wieder völlig im Freizeitstress. Am Freitag machten wir uns auf den Weg zu einer “Hacienda”, die sich 40 km südlich von Mérida befindet. Diese Hacienda (übersetzt: Landgut) baut Henequén an. Diese Kaktusart der Sorte Agave, besteht aus sehr dünnen aber sehr starken Fasern, die getrocknet werden und zu Schnüren und Seilen in allen Längen und Stärken weiterverarbeitet werden. Es war eine ziemlich interessante Tour über das Landgut und durch die Fabrikhallen, denn man konnte wirklich jeden Schritt verfolgen. Es war uns auch möglich einen Blick in die Maschinen zu werfen, denn von Arbeitsschutzmaßnahmen hält man hier nicht viel. Alle Zahnräder, Riemen und Nockenwellen waren unverkleidet und gut sichtbar. Nach der Besichtigung der Hallen wurden wir auf einem Karren, welcher von einem Muli gezogen wurde, zu einem Haus der Arbeiter kutschiert. Anscheindend gibt es in diesen Seilfabriken traditionell nur Mayastämmige Arbeiter, denn als die Spanier früher in Mexiko eingefallen sind, versklavten sie die indigene Bevölerung und ließen sie für sich arbeiten, da sie besser mit der Hitze zurecht kamen. Diese haben dann widerrum ihre Erfahrungen der Faserverarbeitung an ihre Nachfahren weitergegeben. Heutzutage bekommen die Arbeiter natürlich Geld, was sie aber nicht daran hindert in kleinen Lehmhäusern mit Strohdächern zu leben. Man könnte jetzt annehmen, das diese Zeit in Mexiko vorbei ist, la-hacienda-36 aber tatsächlich existieren hier ganze Dörfer die nur aus diesen Gebäuden bestehen. Geschlafen wird in Hängematten und gekocht wird über einem Lagerfeuer im Hof. Ein Plumpsklo und der Brunnen im Garten ist so ziemlich der größte Luxus den manche Hüttenbesitzer ihr Eigen nennen dürfen. Danach ging es mit Maultier und Karren weiter zu einer Cenote, welche diesmal völlig unterirdisch in einer kleinen Höhle zu finden war. Nach dieser angenehmen Erfrischung hat uns der Grundbesitzer noch ein leckeres yucatekisches Menü serviert und dann ging es nach Hause. Abends waren wir in einer Karaokebar und ham bis morgens um halb 5 durchgefeiert.

Völlig verkatert und gerädert sind wir am nächsten Tag zu einer klassischen Höhlentour aufgebrochen, in die Grotten von Calcehtok. Leider gibt es hiervon nicht viele Bilder, aber alle ,die schonmal in einer Nichtbesucherhöhle waren, können verstehen, dass man in diese viel zu enge und von Sedimenten überlagerten Gänge nicht unbedingt eine Digicam mitnehmen kann. Danach ist man nämlich total verdreckt und ich vermute die Kamera wäre hin gewesen. las-grutas-de-calcehtok-14 Rainer wenn du das hier liest, wirst du bestimmt grün vor Neid, denn unter Yucatan befindet sich eines der größten Höhlensysteme der Erde und ich hab noch viele Wochenenden um einige davon erforschen und befahren zu können. Nach der Höhle ging es wieder in eine Cenote, diesmal war sie aber ein wenig schwieriger zu finden denn sie befand sich in einem Garten. Die Besitzer dieses Grundstücks wollten eingentlich nur einen Brunnen in ihrem Garten bohren und sind zufällig auf eine Cenote gestoßen. Diese war bei weitem nicht so schön wie die etwas touristischeren Cenoten, aber zum Waschen und abkühlen reichte sie. Und seien wir mal ehrlich, gegen ein natürliches Privatschwimmbad unter meinem Haus mit ganzjährlich 24° warmem Wasser hätte ich auch nichts einzuwenden.

Heute gehen wir ein bisschen im Stadtpark klettern. Deswegen muss ich mich jetzt leider etwas kürzer fassen, damit wir auch noch zeitig loskommen. In diesem Sinne “Hasta luego y muchos saludos a mi familia y mis amigos en alemania!”

Semana Santa


2010
04.08

WOW! War das vielleicht eine Woche. Eine Woche voller Eindrücke, viel Abwechslungen und toller Erfahrungen. Die Semana Santa in Mexiko sind die einzigen richtigen Ferien in Mexico in denen so ziemlich jeder regulär arbeitente Mexikaner frei hat. Sprich – ganz Mexiko ist hier auf den Beinen und unterwegs. Da es dann noch 50% Fahrpreisrabatt für mexikanische Studenten gab, haben wir eine längere Tour gestartet und sind ins Hochland von Chiapas gefahren, also in den südlichsten Teil Mexikos.

pano06 Die erste Etappe führte  uns nach einer 12 stündigen Busfahrt nach Palenque. Hier hab ich meinen ersten Tamale gegessen. Dieses Gericht scheint eine Nationalspeise der Mexikaner zu sein. Tamale sind kleine geschrotete Maiskörner mit Schweine- oder Hühnchenfleisch, die in Bananenblätter gedünstet werden und sehr reichhaltig und sättigend sind. Also das perfekte Frühstück um in den Tag zu starten. Die kleine Stadt Palenque hatte nicht viel zu bieten außer die Ruinen, die es dort ein paar Kilometer außerhalb zu sehen gab. Sehr schöne und riesige Anlage mit einigen architektonischen und bautechnischen Highlights, wie zum Beispiel die Stützmauern, die schon seit 1500 Jahren ohne jegliche Rückverankerung den Erddruck erfolgreich zurückhalten. Durch den fehlenden Pool aber zweifelte unser lieber Klaus an der Überlegenheit dieser frühen Kultur. Lag wahrscheinlich an der großen Hitze. Deswegen war unser nächstes Ziel die nicht weit entfernten Wasserfälle pano09 Misol-Ha und Aqua Azul, wobei von den letzteren leider noch die Bilder fehlen. Dort hatte ich selbst keine Bilder geschossen, da mir persönlich die willkommene Abkühlung wichtiger war als nur rumzuknipsen. Ich hab das dann unseren Chinesen überlassen, was eben den Nachteil hat, dass ich nun nicht im Besitz der Bilder bin. Werden aber hoffentlich Bald nachkommen.

dscf3031 Von dort aus ging es dann direkt weiter nach Ocosinco. Hier gab es auch wieder eine kleine Tempelanlage und nein, ich hab es noch nicht satt Ruinen anzuschauen, da man in jeder wieder etwas neues entdecken kann. Bei dieser war nur die Anreise etwas unkonventionell. Auf der Ablage eines Pickups wurden wir für 50 Cent zur Ruine gefahren und weil wir an diesem Morgen sehr früh raus sind waren wir tatsächlich die Ersten, die diese Ruine in Augenschein nehmen konnten. Ist echt mal ein geiles Gefühl allein auf den Steinen rumklettern zu können. Mittags fuhren wir mit einem kleinen VW Bus nach San Cristóbal de las Casas. Ein wenig eingeengt im Bus begannen wir unsere 2-Stundenfahrt zu dieser schönen, alten Stadt in den Bergen (2100müNN). Unglaublich wie es die Mexikaner schaffen 18 Personen inkl. 6 Traveller mit 80-Literrucksäcken in diesen kleinen Bus zu stopfen.

dscf3291 Aber es war jede Sekunde wert in dieser Enge nach San Cristóbal zu fahren denn diese kleine Bergstadt hat mit ihren Kopfsteinpflasterstraßen und engen Gassen ein äußerst schönes Flair. Geprägt von alten Kirchen, monumentalen Gebäuden und einer tollen Landschaft hat es uns dort so gut gefallen, dass wir einen Dreitageaufenthalt einlegten. Von hier aus konnte man auch schöne Touren machen, wie unseren Ausritt in ein Nachbardorf durch die bergige und bewaldete Gegend. Dabei war der Ausritt natürlich das Entscheidende. Nach 3 Stunden aus einem Wechsel von Galopp und Trap haben wir auch Muskeln dscf3143 gespürt von denen wir nicht einmal annähernd wussten, dass es sie gibt. Aber nachdem wir so einen riesigen Spass hatten, bleibt dies bestimmt nicht die letzte Tour zu Pferd. Mit Muskelkater in den Oberschenkeln entschieden wir uns den nächsten Tag ein wenig entspannter anzugehen und haben uns mit einem Speedboat 2 Stunden durch den Cañón del Sumidero fahren lassen. Man, haben die Boote Power. 400 PS im Rücken können schon agnz schön abgehen und wenn man sich dabei zurücklehnen, die 800m hohen Bergen, ein paar Krokodile, Pelikane und Geier anschauen kann dann ist das schon ein sehr erhabenes Gefühl.

p1100003 Die Lagunas de Montebello zur der es uns danach führte, ist einer der schönsten Seenanlagen die ich je gesehen hatte. Versteckt in den Bergen trifft man dort auf unzählige Seen, die an der Grenze von Mexiko und Guatemala liegen. Auch hier war das klare Nass eine willkommene Abkühlung, der wir nicht wiederstehen konnten. In einem solchen Panorama baden zu dürfen ist schon etwas Besonderes und wir haben es auch ausreichend genossen. Leider hatten wir auch an diesem Tag in einem Bretterverschlag in der Nähe eines Sees gegessen, was uns zu einer zweitätigen Pause gezwungen hat. Manchmal ist es eben doch nich soooo gesund alles zu essen, dscf3375 was man so am Straßenrand findet, obwohl wir eigentlich schon einiges gewohnt waren, mussten wir uns doch eingestehen, dass Fleisch, welches an einem Draht an der frischen Luft hängt, unseren Mägen vielleicht doch nicht so gut bekommt. Dies hat uns, wie schon gesagt, zwei Tage gekostet und kurz danach mussten wir leider schon in die Heimat aufbrechen. Aber den Süden von Mexiko haben wir bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen und ich freu mich schon wieder drauf die Berge, Wälder und Seen dort betrachten und genießen zu können.

From Dusk till Dawn


2010
03.27

Am letzten Wochenende lud unsere Uni alle Spanischstudenten zu einer Tagestour zur Cenote Ik’Kil und Chichén Itzá ein. Dieses Wochenende war ein ganz besonderes Wochenende für die Mayakultur, denn es war Frühlingsanfang. “Frühlingsanfang? Was soll daran schon besonders sein? Das haben wir auch!”  mag sich nun der eine oder andere denken, aber wenn man sich mal überlegt, welch astronomisches Wissen dieses Volk vor ca. 2500 Jahren schon hatte, ist das schier unglaublich. Ich erklär das jetzt mal kurz.

dscf2345 Dzibilchaltún ist eine der größten Ausgrabungsstätten in Nordyucatan. Die 16 Quadratkilometern und ca. 8000 Gebäude die bei der Vermessung aufgezeichnet wurden, konnten wir zwar nicht komplett ablaufen, aber dafür war es uns möglich an diesem Morgen ein echt faszinierendes Spektakel mitzuerleben. Die Mayas wussten schon lange vor uns, dass sich die Erde um die Sonne bewegt und das dieser Umstand irgendwie für die Jahreszeiten verantwortlich ist. Also haben sie in Dzibilchaltún einen Tempel errichtet, durch dessen Fenster jedes Jahr bei Frühlings- und Herbstbeginn die Sonne genau durch das große Fenster in der Mitte des Gebäudes scheint und die kerzengerade Straße vor dem Tempel komplett mit Licht ausfüllt. Wenn man bedenkt, dass wir bis zum Ende des 15. Jahrhunderts noch dachten die Erde sei eine Scheibe und erst später merkten, dass wir uns um die Sonne drehen und nicht umgekehrt, ist das schon erstaunlich. Um das sehen zu können sind wir mal eben um 4 Uhr aufgestanden.

chichen-01 In Chichén Itza kann man ein ähnliches Phänomen beobachten. Nur findet dieses Spektakel hier bei Sonnenuntergang statt. Einer der höchsten Götter der Maya namens Kukulcán, der durch das Symbol einer Schlange dargestellt wird, steht hier im Vordergrund. Zwei mal im Jahr zur Tagundnachtgleiche versinkt die eine Seite der Pyramide vollständig im Schatten. Nur der Rand der Treppe wird noch beleuchtet und auf ihm erscheinen die Umrisse der Stufen der Pyramide und vereinen sich am Fußende mit einem Schlangenkopf zu einer riesigen Schlange, wirklich beeindruckend.

pano Da wir uns zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang noch die Zeit vertreiben wollten und es wirklich saumäßig warm war, hielten wir uns an diesem Tag  noch an der Cenote Ik’Kil auf. Eine Cenote ist einfach ein Loch im Fels, welches durch den Einsturz einer Höhle entstanden und mit Süß- oder Salzwasser gefüllt ist. Einige von ihnen führen auch beide Sorten von Wasser, aber diese sind nur für Taucher zugänglich.
Unsere Cenote jedenfalls war nur mit Süßwassergefüllt und ca. 50 Meter tief.
Wir hatten einen supergenialen Tag, waren aber am Ende auch völlig platt.

Und Tschüss


2010
03.26

Der erste längere Trip den wir hier unternehmen konnten, führte uns an Mexikos Ostküste und dauerte sechs Tage. Während die anderen Zwei an den ersten Spanischstunden teilnehmen durften, konnten Volker und ich eine kleine Tour starten und ein bisschen Kultur, Strand und Essen genießen. Ich dachte auf einer 4 Stunden Busfahrt kann man bestimmt so einiges sehen, aber mich überraschte doch sehr, dass zwischen den großen Städten hier in Yucatan es nur Wald zu geben scheint. Aber vielleicht haben sich die kleinen Dörfer auch hinter dem Urwald versteckt, welcher uns über die gesamte Strecke hinweg begleitet hat.

dscf1459 Unser erster Halt war Tulum. Tulum ist eine Kleinstadt an der Ostküste, welche stolzer Besitzer einer Tempelanlage direkt am Meer ist. Dies ist wirklich etwas besonderes, denn sie ist die einzige ihrer Art. Und ich muss sagen, selbst wenn sie eine der kleinsten Anlagen auf Yucatan ist, ist sie doch eine der schönsten. Der vordere, zum Meer zeigende Teil der Anlage steht auf einer langen Klippe hinter der das Gelände abfällt. Man muss also den oberen Teil der Ruinen hinauflaufen um das Meer zu sehen und ist man erstmal oben verschlägt es einem die Sprache, weil man nicht glauben kann wie schön es hier aussieht. Es ist wie wenn man in einen Urlaubskatalog reingesogen werden würde und auf der anderen Seite auf einmal die Meeresbrise in der Nase hätte. Ein tolles Gefühl dort zu stehen und dieses türkisblaue Meer und den weißen Korallenstaubstrand zu betrachten.

dscf1725 Einen Tag später ging es weiter nach Cobá. Im Lonely Planet hatte ich gelesen, dass es hier möglich sei Krokodile in freier Wildbahn zu sehen und Voilá – Ticket gekauft und los. Hier leben die Krokodile tatsächlich in freier Wildbahn in einem See, welcher sich direkt im Dorf befindet. Wenn man hier baden möchte, sollte man sich zuerst an die Kinder im Dorf wenden die wissen wo es gute Stellen hat um sich eine kleine Erfrischung im kühlen Nass zu gönnen, aber da wir dann doch nicht als Krokomittagssnack enden wollten, haben wir uns dazu entschieden lieber zu schwitzen. Auch hier gabs wieder schicke Mayatempel zu begutachten und man durfte eine Pyramide (die höchste von ihnen) sogar besteigen. Die Forscher haben es noch nicht geschafft alle Pyramiden auszugraben, denn der Urwald ist hier so dicht, dass man die Tempelruinen nur schwer finden kann. Selbst wenn man sich auf die Pyramide stellt und mal danach sucht, kann man nur ganz schwach eine kleinere Pyramide erkennen und in diesem alten Mayadorf gab es sicherlich so an die 20. Die Forscher glauben, dass sie in ganz Mexiko vielleicht erst 60 Prozent ausgegraben haben.

dscf1775 Einen Tag später ging es weiter nach Playa del Carmen, einem kleines Fischerdorf etwas nördlich von Tulum. Ein top Ort um sich zwei Wochen die Sonne auf den Bauch brutzeln zu lassen und am Meer zu liegen. Viel mehr gibt es eigentlich nicht. Das komplette Leben spielt sich hier auf einer kilometerlangen Hauptstraße ab, die an der Strandpromenade entlang läuft. Gespickt von verkleideten Tänzern, Künstlern, viel Lichtern und jede Menge Kitsch, wird hier jede erdenkliche Attraktion angeboten um den Touristen das Geld aus der Tasche zu locken. Hier wird einem alles präsentiert nur nicht das echte Mexiko.

p1030218 Nun folgte das Wochenende auf das wir alle so lange gewartet hatten. Cancún, eine Stadt die einfach nicht aufgibt. Hier kann man von morgens bis abends feiern. Also haben wir schnell im Hotel eingecheckt, auf Thomas und Klaus gewartet, uns gestylt, vorgeglüht und ab gings auf die Partymeile. Zuerst ein wenig geschockt von den hohen Eintrittspreisen (der beliebteste Club lag bei 70 US$ inkl. All u can drink), haben wir uns ein 4-Club-Kombi-Ticket gekauft und einfach die ganze Nacht Vollgas gegeben. Die ziehen in ihren Clubs echt eine hammermäßige Show ab. Akrobaten, Tänzer, irgendwelche verkleideten Typen mit Lichterfackeln, College-Pin-Up-Girl-Voting (siehe Bilder) und richtig gute Musik machten unseren ersten Abend zu einem vollen Erfolg. Morgens bei Sonnenaufgang im Meer schwimmen gehen und danach total übermüdet ins Bett fallen rundeten die Nacht dann noch ab. Die zweite Nacht war mindestens genauso feierlastig wie die erste, nur haben wir gar nicht geschlafen, denn wir sind morgens schon auf die Isla Mujeres isla-mujeres-01 rübergefahren um einfach nur den schönsten Strand Mexikos und die Sonne bei einem kleinen Nickerchen am Mittag zu genießen. Boah, waren wir fertig. Nach diesem Wochenende waren wir dann auch wieder froh in Mérida anzukommen. Dienstags sind wir dann in unser eigenes Haus gezogen, in welchem wir die nächsten fünf Monate wohnen werden. Wenn wir es morgen mal schaffen unser Haus gescheit zu fotografieren, dann zeig ich euch auch mal wie schlecht es uns hier geht ;-) In diesem Sinne – Hasta Luego!

Hola mi amigo!


2010
03.09

img_2218 VOLKER IST DA! Und ich freu mich riesig. Natürlich verlief auch seine Anreise nicht ganz problemlos. Er musste zwar keine Nacht auf dem Flughafen verbringen dafür schlief Nagels Rucksack ne Nacht in Houston. Momentan warten wir immer noch auf seinen Rucksack und hoffen, dass dieser auch ankommt. Volker war bei unserer zweiten Spanischstunde auch mit dabei und durfte erleben was es heißt auf einem mexikanischen Markt einzukaufen. Auch er konnte schon seine Zunge mit den örtlichen Köstlichkeiten verwöhnen (Tacos, Fisch in Knoblauch, Schwein mit schwarzen Bohnen, Papayas und Yucas). p1020895 Nur die Wurmsuppe war nicht ganz nach seinem Geschmack! Volker hat auch gleich den Würthkalender um einen weiteren Schnappschuss erweitert und die Hängematten probegelegen. O-Ton Volker: “Hier lässt sichs leben, ich wander aus!” Morgen startet auch für Volker das Abenteuer Busfahren. Und ihr wisst ja wie sehr er an seinem Auto hängt. :)

Die nächsten Tage werden wir am Nachmittag auch sicherlich ein paar Mayatempel und Cenoten (Wasserlöcher der Mayas) anschauen und am Strand relaxen. Kamerakind Volker wird euch dann mit weiteren Bildern in den nächsten Tagen versorgen. Freut euch schon drauf!

Bienvenidos en Mérida


2010
03.03

img_2009 Wir haben es geschafft und sind wohlbehütet in Mérida angekommen und es gefällt uns echt gut hier.
Anfangs hatten wir ein paar Schwierigkeiten überhaupt nach Mérida zu kommen, denn schon am frankfurter Flughafen haben die Nasen am Check-In Schalter vergessen das Gepäck von Klaus bis nach Mérida zu befördern und schließlich musste er in México City auschecken und wieder einchecken. Dann noch die lange Pass- und Einreisekontrolle am Flughafen und schwupps, verpasst man seinen Anschlussflug. Umbuchen war aber völlig kostenlos. Anscheinend hatten noch mehr Leute Probleme den Flug zu bekommen, denn am nächsten Tag haben wir im Flieger ein paar bekannte Gesichter wieder gesehen. Diese Nacht verbrachten wir also am Aeropuerto de México City in einem echten Luxuszimmer.

Angekommen am Flughafen in Mérida ging es dann erstmal in die Innenstadt um das Hostel und die Universität zu suchen – soweit problemlos. Das einzige was mich überraschte war, dass an der Universität keiner English gesprochen hatte. “Lo siento, solo español!” war der häufigste Satz den wir dort zu hören bekamen. Also mit Händen, Füßen, ein paar Brocken Spanisch und unserem deutschen Charme ab durch das bürokratische Wirrwarr der Uni.

img_2008 Danach ging es dann mit knurrendem Magen in ein Maya Restaurant. Hab dann gleich mal was bestellt was ich nicht kannte. Empanadas con cazón – Frittierte Kartoffeltaschen mit Hai gefüllt dazu Papayasaft (siehe Bild) – unglaublich lecker!

Es ist gerade 7:02 Uhr morgens und heute versuchen wir dann unsere Ansprechpartnerin und unsere Spanischlehrerin zu finden, denn die beiden waren gestern nicht da. Danach gehts an die Wohnungssuche, obwohl wir heute Mittag ein Zimmer direkt am Pool zugewiesen bekommen. Könnte man sich echt dran gewöhnen hier zu leben.

Viva México 2010

Über Bürokratie und den langen Arm des Gesetzes!


2010
02.08

fm3web Die letzte Hürde auf dem Weg ins Auslandssemester haben wir geschafft und ich muss sagen ich bin schon ein bisschen stolz der Besitzer eines FM3-Visums (mexikanisches Studentenvisum) zu sein. Außer ein paar Staus auf der A5 und in Frankfurt lief ja eigentlich alles glatt, wenn – ja wenn da nicht unser guter Freund und Helfer gewesen wäre. Denn kurz nachdem wir Frankfurt wieder verlassen hatten, waren wir gezwungen dank einem schön blinkenden Schild “Bitte Folgen” einen Zwischenstopp einzulegen. Nachdem ich den Motor abgestellt und das Fenster herunter gelassen hatte, wurde mir seitens der grünen Männchen auch schnell versichert, dass es sich nur um eine allgemeine Fahrzeugkontrolle handle und die Prozedur nicht lange dauern würde. Jeder der nun den Konjunktiv im letzten Satz bemerkt hat, kann sich gut vorstellen, dass die angekündigte Zeitspanne so nicht ganz eingehalten wurde.
Nach der Kontrolle der Papiere wurde ich zuerst gebeten aus dem Auto auszusteigen um den Kofferraum und die Hintertür zu öffnen. Nun wurde der Innenraum des Fahrzeugs durchsucht, dabei schien das momentane Chaos in meinem Auto seine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Angefangen bei normalen Dingen wie Scheibenfrei und Eiskratzer, über alte Brezeltüten vom Kamps und ein paar alten Google Maps Karten bis hin zum Taschenmesser und Papas Eigenbrand war natürlich alles soweit vertreten. Dabei wurde ich doch ausdrücklich nach Betäubungsmitteln, Alkoholika und Waffen gefragt. Mist. Aber außer einer kleinen flapsigen Bemerkung und einer darauffolgenden Leibesvisitation ist nichts weiteres geschehen. Die Jungs haben das Auto und die Taschen echt gründlich inspiziert und Thomas durfte sich dann der ganzen Prozedur auch noch unterziehen. Es war eine wirklich witzige Erfahrung, aber die 45 Minuten außerhalb des Autos bei diesen arktischen Temperaturen hätten wir uns wirklich sparen können. Aber ganz ehrlich? Zwei Studenten, in meiner alten Karre, dunkle Rückscheiben und von Frankfurt kommend? – Ich hätte mich auch rausgezogen.